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Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg

Seit der Vereinsgründung im November 2011 findet ein reger Austausch

zwischen Vereinsvorstand und Mitarbeitern der Universität statt. So

wurde mit Prof. Dr. Stephan Freund, Inhaber des Lehrstuhls für

Mittelalter an der Otto-von-Guericke-Universität, ein Gespräch

geführt. Dabei wurde eine Kooperation vereinbart, die in einer

sechsteiligen Vortragsreihe zu unterschiedlichen Aspekten des

Magdeburger Rechts im Jahre 2013 münden wird. Den gebührenden Rahmen

bietet das Kulturhistorische Museum, das als Veranstaltungsort

gewonnen werden konnte. Thematisch werden die Vorträge die Zeit der

Entstehung des Magdeburger (Stadt-)Rechts betrachten und die

gesellschaftlichen Umstände beleuchten. Neben dem Historiker Prof.

Freund hat auch Prof. Dr. Mathias Tullner, herausragender

Regionalforscher und Mitglied der Otto-von-Guericke-Gesellschaft,

seine Unterstützung zugesagt. In Gesprächen zeigte er sich sehr

interessiert, diesen Aspekt sachsen-anhaltischer Geschichte mit

einem Fokus auf die Neuzeit zu untersuchen. Welche Spuren lassen

sich noch heute finden? Wie gehen die Sachsen-Anhalter, speziell die

Magdeburger mit ihrem kulturellen Erbe um? Die Verbindung zwischen

unserem Verein und der Otto-von-Guericke-Gesellschaft stellt eine

weitere Vernetzung dar, die es braucht, um Erfolg zu haben und sich

einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Prof. Tullner

erinnerte bei den Gesprächen an eine Forschungsreise polnischer

Studenten, die zum Thema Magdeburger Recht ein Seminar abgehalten

hatten. Der Kontakt und Austausch brach zwar ab, doch ein

Wiederaufleben könnte fruchtbar sein, zumal das Magdeburger Recht in

Polen einst weit verbreitet war. Zu überlegen wäre, ob angestrebt

werden sollte eine regionale Erforschung des Magdeburger Rechts,

über die Grenzen einzelner Epochen hinweg, zu etablieren. So könnten

Studenten sensibilisiert werden und ein Alleinstellungsmerkmal

geschaffen werden. Ziel aller Aktivitäten muss es sein, eine breite

Basis der Magdeburger Bevölkerung zu erreichen. [Jan Hanse]

Bitte nicht verwechseln:

Magdeburger Recht – Sachsenspiegel

In der Öffentlichkeit wird das Magdeburger Recht häufig mit dem

Sachsenspiegel gleichgestellt bzw. verwechselt. Das ist auf frühere

Geschichtsbilder zurückzuführen, zu denen das von Kaufleuten und

Handwerkern geprägte rationale Stadtrecht nicht passte – siehe auch

unseren Leserbrief in der VOLKSSTIMME vom 03.08.2012.